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15. Februar 2017
Cluster E – Blog

Hello World!

Hello World! Oder Hallo Welt, oder gerne auch Servus Wööd. Hiermit startet die monatlich erscheinende Reihe der Blog-Beiträge auf dieser Seite; nicht nur weil das „berühmte erste Worte” zumindest im Bereich der Softwareentwicklung sind, sondern auch, weil es das Konzept der Homepage bis zu einem gewissen Grad widerspiegelt. (Ganz zu schweigen von der Diskussion, die man vom Zaun brechen kann, wenn man englische Floskeln im deutschsprachigen Alltag bespricht – was ich allerdings nicht tun werde. Also back to topic.)

Da ist sie nun endlich: Unsere neue Homepage! Ein gutes Jahr haben wir mit einem Provisorium gelebt (siehe Galerie unten), das die wichtigsten Informationen zum Spezialforschungsbereich (SFB) Deutsch in Österreich: Variation – Kontakt – Perzeption bereitgestellt hat und vielleicht völlig ok war, aber dann wiederum nicht besonders schön. Mit der neuen Homepage streben wir auch ein neues Konzept an; mit wir meine ich den gesamten Spezialforschungsbereich und insbesondere das Team des Teilprojekts PP11.

Das, was wir im SFB behandeln, nämlich die Vielfalt der deutschen Sprache und ihre speziellen Ausformungen (Varietäten), ist ein Thema, das viele Leute interessiert (davon zeugen fast regelmäßige Beiträge in österreichischen Medien). Unsere Forschung ist damit etwas, das auch der Öffentlichkeit spannende Erkenntnisse liefern kann.

Im Forschungsalltag ist es allerdings häufig so, dass man gar nicht dazu kommt, die Inhalte auch für diese interessierte Öffentlichkeit aufzubereiten, es fehlt oft nicht nur die Zeit, sondern auch eine entsprechende und vor allem ansprechende Plattform. Eine solche Plattform wollen wir den Mitgliedern des SFB mit dieser Homepage liefern – und somit den Dialog zwischen Öffentlichkeit und der Forschung in unserem Bereich fördern. Dafür haben wir versucht, eine auch optisch ansprechende Seite zu schaffen, die übersichtlich ist und deren momentaner zentraler Fokus das Bereitstellen von Inhalten ist. Inhalte, die nicht nur für Spezialistinnen und Spezialiesten aus dem Forschungsbereich informativ sind, sondern auch für interessierte Laiinnen und Laien. Aus diesem Grund ist die Homepage ähnlich einem Blog aufgebaut: Es gibt verschiedene Arten von Inhalten (farblich unterschieden), die einerseits über unsere verschiedenen Aktivitäten informieren (Publikationen, Vorträge, Veranstaltungen und Lehre), die andererseits aber aus verschiedenen Arten von inhaltlich aufbereiteten Beiträgen (Memos, Nachrichten, Berichte, Podcasts und Blog-Einträge) bestehen. Letztere sollen einen Einblick in unsere Arbeit, unsere Meinungen und letztlich auch Ergebnisse liefern. Um mehr Leute zu erreichen, experimentieren wir zudem auf Facebook und Twitter.

Gleichzeitig müssen „Quasi-Standards” wissenschaftlicher Homepages eingehalten, d. h. die Repräsentation des Projekts für das wissenschaftliche Publikum gewährleistet werden. Dafür sind nicht nur Informationen über die bereits genannten Aktivitäten nötig, sondern auch darüber, wie das Projekts in der wissenschaftlichen Landschaft vernetzt ist. 

Schlussendlich soll die Homepage der „Dreh- und Angelpunkt” unserer im Aufbau befindlichen Forschungsplattform werden (siehe Task-Cluster E), was nicht mehr und nicht weniger bedeutet, als dass hier künftig all unsere der Öffentlichkeit zugänglichen Forschungstools zu finden sein werden. Auch bei diesen gilt: Wir wollen diese Werkzeuge so aufbereiten, dass sie für ein sehr breites Publikum (Laiinnen und Laien, Studierende, Wissenschafterinnen und Wissenschaftern) zugänglich sind, d. h. einen niederschwelligen Zugang zu unseren Daten ermöglichen. Darunter verstehen wir nicht nur Konzepte aus Open Science, wie die Nachvollziehbarkeit des Forschungsprozesses, die offene Einsicht und Verwendung von Daten (Open Data) oder auch die Verknüpfbarkeit der Daten mit anderen Datenquellen (Linked Open Data). Viel mehr verstehen wir darunter auch, dass die Werkzeuge intuitiv und leicht zu bedienen sind, d. h. kein stundenlanges Einlesen nötig ist, um sie zu benutzen. Schließlich sollen die Werkzeuge auch optisch ansprechend gestaltet sein, denn umso schöner die Werkzeuge, umso mehr Spaß macht es auch, sie zu verwenden. (Im kleineren Ausmaß hat das ein Teil des Teams vom Teilprojekt 11 bereits beim Projekt „Syntax hessischer Dialekte (SyHD)” gemacht.)

Außerdem planen wir tatsächlich sogenannte „Citizen Science”-Werkzeuge in die Forschungsplattform einzubauen. (Als wunderbares Beispiel für Citizen Science im linguistischen Bereich kann man sich das LingScape-Projekt hier ansehen). Wir wollen also auch Werkzeuge schaffen, mit denen Personen aus dem nicht-wissenschaftlichen Bereich Daten erheben, aufbereiten und auswerten können. Unsere wichtigste Informationsquelle sind nämlich genau diese Leute: Menschen in Österreich, die die Sprache verwenden, einfach so – ganz ohne sprachwissenschaftliche Hintergedanken (siehe auch Alexandra N. Lenz Kurzbeitrag im Alumnimagazin der Universität Wien).

Es liegt also noch viel Arbeit vor, aber auch hinter uns: Wir haben nicht umsonst ein Jahr lang mit einer sehr viel graueren Homepage gelebt. Bei einem Spezialforschungsbereich mit Projektteilen an 3 verschiedenen Standorten an 6 verschiedenen Instituten (siehe Überblick) ist es insbesondere wichtig, zunächst die entsprechenden Projektverwaltungs- und Kommunikationswerkzeuge für die Wissenschafterinnen und Wissenschafter zur Verfügung zu stellen. Um herauszufinden, was alles benötigt wird, haben wir Anforderungsanalysen in Form von Interviews und Online-Befragungen erstellt, die nur teilweise zu klaren Ergebnissen geführt haben.

Auch bei diesen Tools kommt für uns die Mentalität zu tragen, dass diese Werkzeuge niederschwellig, intuitiv und am besten noch mit Freude nutzbar sind. Denn – unter uns – kaum jemand kann etwas mit Programmen anfangen, die einem das Leben erleichtern sollen, dabei aber sehr umständlich zu bedienen sind. 

Jedenfalls: Was wir getan haben, war, entsprechende quelloffene Software (s. u.) für den internen Gebrauch auf unseren Servern zu installieren und bereitzustellen (in Form von docker-Containern). Dabei waren für uns vier Komponenten für die Projektverwaltung und -kommunikation besonders wichtig, die wir an den SFB angepasst umgesetzt haben:

Diese haben wir außerdem mithilfe von Electron zu einer Desktop-App verarbeitet, damit alle Werkzeuge in einem abgeschlossenen Tool sind (siehe Galerie unten für Screenshots aus den verschiedenen Tools). Dabei ist es besonders wichtig, dass wir auf Open-Source-Software setzen, d. h. auf Software, deren Quellcode offen und frei verfügbar verwendet und auch verändert werden darf. Das spart uns nicht nur Geld, sondern ermöglicht auch das Einbinden der (wissenschaftlichen) Arbeit in die Open-Source-Landschaft, was wiederum bedeutet, dass Entwicklungen direkt an die Allgemeinheit zurückgegeben werden können. Andere (wissenschaftliche) Projekte können somit ohne viel Aufwand die von uns entwickelten Lösungen modifizieren und für ihre eigenen Zwecke verwenden. Unsere Programmcodes etc. stellen wir dementsprechend auch auf GitHub der Community zur Verfügung, wodurch von verschiedensten Menschen weltweit daran gearbeitet werden kann. Dies unterstützt auch die Nachhaltigkeit der im Projekt entwickelten Software (und auch Daten).

Nachhaltigkeit ist ein wichtiges Schlagwort in den sog. „Digital Humanities”, also einem der (Forschungs-)Bereiche, in dem sich das Teilprojekt 11 bewegt. Was man dabei unter „Digital Humanities” eigentlich versteht, ist vielfältig und könnte eigentlich mal in einem eigenen Blog-Beitrag behandelt werden. Sehr stark vereinfacht gesagt, geht es darum, wie alles Digitale für die Geisteswissenschaft nutzbar gemacht werden kann (oder welchen Einfluss Digitales auf sie hat, oder oder oder ... Siehe dazu z. B. whatisdigitalhumanities.com – eine Sammlung von Begriffs-Definitionen von Jason Heppler). Ebenso unscharf wie der Begriff der „Digital Humanities” ist, was man nun unter Nachhaltigkeit dabei verstehen soll. Ohne die Diskussion vom Zaun zu brechen: Wir verstehen darunter, dass alle unsere Ergebnisse, eben auch entwickelte Tools und Daten, möglichst lange (und das ist im Internet sehr relativ) von möglichst vielen Personen benutzt werden können. Deshalb können meiner Meinung nach nur Open-Source-Lösungen in diesem Sinne nachhaltig sein, da sie es ermöglichen, jederzeit den Quelltext (das ist der quasi der Code, in dem ein Programm o. Ä. geschrieben ist) zu öffnen, um ihn nachvollziehen und bearbeiten zu können – zum Beispiel um ihn an neue technische Bedingungen anzupassen.

Wie wir dieses Ziel angehen und wie wir welche Software genau verwenden, wird an anderer Stelle genauer beschrieben werden. Zumindest eine kleine Nachlese bietet unser Poster zur vierten dha2017-Konferenz.

Um den Blog-Beitrag und die Geduld der Lesenden nicht zu sehr zu strapazieren, bleibt mir nur noch, den vielen Mitwirkenden an der Homepage zu danken, insbesondere Arnold Graf für das Design, Hans Christian Breuer für die CMS-Umsetzung in Typo3, Kristin Dill und Jan Braun für das Übertragen der alten und das Schaffen von neuen Inhalten!

Abschließend: Wir wollen mit dieser Homepage möglichst viele Leute erreichen – noch ist sie nicht perfekt, hier und da gibt es noch Verbesserungsmöglichkeiten, und es folgen noch einige geplante neue Funktionen. Nichtsdestoweniger ist sie in dieser Form schon ein erster Schritt, um zumindest eines zu sagen: Hallo Welt!



Zitation
Creative Commons Lizenzvertrag
Ludwig Maximilian Breuer (2017): Hello World!. In: DiÖ-Online.
URL: https://dioe.at/details/artikel/245/
[Zugriff: 06.06.2020]
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