Zurück
15. März 2018
Cluster B – Blog

Lasset den Worten Daten folgen...

Wie genau sieht das nun aus, wenn wir Daten erheben? Was wird da erhoben? Und von wem? Und überhaupt: wie? Um diese Fragen zu beantworten, nehme ich jeden, der mag, mit auf die Reise. Eine Reise, die ich immer wieder mit Spannung erwarte, da ich vorher nie genau weiß, wer mir eigentlich gegenübersitzt und ich mich oft frage, wie dieses Gespräch wohl verlaufen wird, weil jede einzelne Person ihre eigene spannende Geschichte mitbringt. Steigen Sie mit mir ein, lehnen Sie sich zurück und genießen Sie die Reise…

Erster Halt: Weinitzen bei Graz

Im Umland von Graz ist derzeit Weinitzen ein heißes Pflaster für Datenerhebungen, genauer gesagt in erster Linie für leitfadengestützte Interviews. Allerdings kann die Anreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln eine durchaus unwegsame sein – und das, obwohl Weinitzen nur ca. 10 km von Graz entfernt ist. Und ja, es fahren schon Busse dahin – eigentlich!

 

Endlich angekommen stapfe ich eine 200 m lange Einfahrt durch den Schnee, aber dann hab ich’s geschafft. Zwar begrüßt man mich ein wenig skeptisch und reserviert, aber dennoch freundlich. Während ich das Equipment aus der Tasche hole und aufbaue, bietet man mir Kaffee und Kuchen an. Wir sind schon mitten im Gespräch. Schade, dass das Aufnahmegerät noch nicht eingeschaltet ist, denk‘ ich mir. Ich freue mich auf ein ausführliches Gespräch, aber dann mache ich, wie so oft, die Erfahrung, dass das Mikrophon die Person etwas wortkarger macht. Allerdings lockert sich mit der Zeit auch die Zunge der Gewährsperson und nach den ersten paar Fragen plaudern wir schon über die Freizeitgewohnheiten, den Sprachgebrauch und was man verändern würde, wenn man hier Bürgermeister/-in wäre.

Auch ich selbst vergesse das Mikrophon hin und wieder und plaudere ein wenig mit. Im Durchschnitt dauert so ein Gespräch etwas mehr als eine Dreiviertelstunde. Es ist auch schon vorgekommen, dass ich mir nach drei Stunden denke „Hoffentlich nimmt das Gerät noch auf!“, weil es einfach zu spannend ist, was ich zu hören bekomme. Dem Interview folgt ein kurzer Vorlesetext und nach dem letzten Teil – dem schriftlich auszufüllenden Fragebogen – ist der Termin auch schon vorbei. Oder? „Ach, einen Kaffee können’s schon noch trinken, gell?“ Und weil es so nett war, werde ich nach Graz zur Straßenbahn gefahren, denn … na ja, die Busverbindung von Weinitzen nach Graz wäre etwas, das ICH verändern würde, wenn ich hier Bürgermeisterin wäre.

Nächster Halt: Gerasdorf bei Wien

 

Nicht immer verläuft alles nach Plan. Ich tingele unlängst gemütlich nach Gerasdorf – ich kenn‘ mich ja schon ein bisschen aus, weil ich bereits einige Interviews hier geführt habe – und rufe meine Gewährsperson kurz vor unserem Termin noch einmal an, um mich anzukündigen. Leider stelle ich fest, dass es ein Missverständnis in der Terminplanung gegeben hat und meine Gewährsperson jetzt gar nicht vor Ort ist. Was nun? Da ich schon quasi vor der Tür stehe, will man mich auch nicht wieder nach Graz zurück schicken und ich darf einfach zwei Stunden später anläuten. Also mache ich es mir in einem Café gemütlich.

 

Nach zwei Stunden stehe ich also  vor der Tür meines Interviewpartners, entschuldige mich für das Missverständnis und baue mein Equipment auf. Das Gespräch verläuft gewohnt entspannt. Ich stelle meine Fragen, es wird geplaudert und gelacht. Ein weiteres Gesprächsthema – das darf ich an dieser Stelle verraten – bezieht sich auf den spezifischen Sprachgebrauch in Wien und in Graz. Was mich anfangs überrascht hat, wird nun schon zur Routine: Für die Gewährspersonen aus Wien und Umgebung ist der Sprachgebrauch in Graz gar nicht sonderlich präsent, umgekehrt jedoch schon. „Und das obwohl Graz doch die zweitgrößte Stadt in Österreich ist!“, denke ich, nicht ohne ein bisschen schmunzeln zu müssen.

Und was geschieht mit den Daten eigentlich? Also, alles verrate ich jetzt auch nicht. Bleiben Sie gespannt und lesen Sie bald mehr!

 



Zitation
Creative Commons Lizenzvertrag
Bercko, Nina (2018): Lasset den Worten Daten folgen.... In: DiÖ-Online.
URL: https://dioe.at/details/artikel/1113/
[Zugriff: 14.07.2020]
Zurück