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15. September 2018
Gesamt-SFB – Blog

Von A wie assoziiertes Mitglied über M wie „Meine Forschung in einem Bild“ zu W wie Wissenschaftspodcast

Seit Juni 2018 bin ich, Lisa Krammer, assoziiertes Mitglied des Spezialforschungsbereichs „Deutsch in Österreich. Variation – Kontakt – Perzeption“. Auch ich beschäftige mich in meinem Dissertationsprojekt mit der Vielfalt der deutschen Sprache in Österreich, konkret an den fünf größten Universitäten in Wien.

Staunen – damit begann nicht nur mein Lehramtstudium in den Fächern Deutsch, Psychologie/Philosophie und Ethik, sondern auch mein Forschungsinteresse. Persönliche Beobachtungen des Gebrauchs von Nonstandard-Deutsch in Germanistik-Lehrveranstaltungen an der Universität Wien gaben ursprünglich den Anstoß für meine Forschung, die als Seminar- und anschließend Diplomarbeit ihren Ausgang genommen hat. Im Zuge meiner Dissertation gilt es aufzuzeigen, welche sprachlichen Erscheinungsformen der deutschen Sprache wann, in welcher Situation, mit wem und wie im Kontext der Lehre verwendet werden.  Und zwar von Studierenden und Lehrenden unterschiedlicher Studienrichtungen an unterschiedlichen Wiener Universitäten gemäß deren Selbstwahrnehmung. Dementsprechend ergeben sich sowohl mit dem Teilprojekt PP03 (Task-Cluster Variation) als auch mit dem Teilprojekt PP08 (Task-Cluster Perzeption) die meisten Verbindungs- und Anknüpfungspunkte. Meine Betreuenden, Univ.-Prof. Manfred Glauninger und Univ.-Prof. Monika Dannerer, Leiterin des OeNB-Projekts „VAMUS”,  sind ebenfalls Teil des SFB  „Deutsch in Österreich“.

  Vor allem die Vielfältigkeit und Dynamik sprachlicher Themenkomplexe, die gegenseitige Abhängigkeit von Sprache und Gesellschaft und der mehrere Disziplinen umfassende Forschungsbereich stellen für mich einen besonderen Reiz dar. Meine gewonnenen Erkenntnisse werde ich nicht nur bei Konferenzen präsentieren und im Zuge der Abhaltung einer Lehrveranstaltung weitergeben. Erste Ergebnisse habe ich ebenso bereits einem breiten Publikum im Rahmen von öffentlichen Veranstaltungen, wie zum Beispiel bei der Langen Nacht der Forschung 2018 und der diesjährigen KinderuniWien, zugänglich gemacht.

  Wissenschaftskommunikation ist für mich eine Schnittstelle zwischen schulischer Wissensvermittlung und wissenschaftlichem Forschen und ein Brückenschlag zu dem Teilprojekt PP11 (Citizen Science). Wissenschaftskommunikative Projekte sind für mich persönlich und für meine Forschungstätigkeit ungemein bereichernd, wie zum Beispiel das transdisziplinäre Wissenschaftskommunikationsprojekt „Kunst als Sprache der Wissenschaft“, welches mein Forschungsprojekt im Rahmen einer öffentlichen Ausstellung als visuelle und auditive Erfahrung erlebbar machte.

Den visuellen Sinn galt es bei dem Fotowettbewerb „Meine Forschung in einem Bild“ für Doktorandinnen und Doktoranden und PostDocs der Universität Wien zu überzeugen. „Ein Blick durch das Schlüsselloch“ – der Titel meines Fotos – ist ein Blick für kleine Details, ein Blick für die Andersartigkeit im Alltäglichen. Dieser festgehaltene Blick durch die Luke in das Audimax symbolisiert den meiner Arbeit innewohnenden, wesentlichen Perspektivenwechsel, der den Blick von außen auf das inneruniversitäre, sprachliche Umfeld ermöglicht. Und das Einfangen dieses besonderen Blicks wurde von der Jury mit dem ersten Platz belohnt.

 

In unserer zunehmend stark visuell geprägten Welt hat es etwas wohltuend Unzeitgemäßes sich nur auf das Hören, Zuhören zu besinnen. Aufgrund meiner vielfältigen journalistischen Berufserfahrungen habe ich schätzen gelernt, was es bedeutet, mit Worten, mit Erzählungen Bilder im Kopf entstehen zu lassen. Im Rahmen meines linguistischen Wissenschaftspodcasts MundART möchte ich die Sprache(n) von unterschiedlichen Blickwinkeln betrachten und zu Wort kommen lassen. Denn jedes Interview, welches ich lese, möchte ich auch gerne hören: die Stimme, die Prosodie, den Facettenreichtum der Sprache – vom Dialektalen bis zum Standarddeutschen. Immer auf der Suche nach der Vielsprachigkeit innerhalb der Sprache(n). Podcasts schaffen eine besondere Form von Nähe. Man hat das Gefühl die Personen zu kennen, weil man sie „im Ohr“ hat. Und auch so manche Stimmen des SFB DiÖ wird man in diesem Rahmen wiederentdecken und hören können… :)



Zitation
Creative Commons Lizenzvertrag
Krammer, Lisa (2018): Von A wie assoziiertes Mitglied über M wie „Meine Forschung in einem Bild“ zu W wie Wissenschaftspodcast. In: DiÖ-Online.
URL: https://dioe.at/details/artikel/1359/
[Zugriff: 28.07.2021]
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