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24. Oktober 2018
Gesamt-SFB – Aktion zum Mitforschen

Linguistische Schnitzeljagd in Wien

Am Mittwoch, dem 7. November 2018, starten wir in Wien unsere erste Lingscape-Schnitzeljagd!

Begleitet uns bei einer linguistischen Tour durch Wien und findet Sprache im öffentlichen Raum. Von Werbeplakaten und Inschriften über Graffiti bis hin zu Pickerl. Sprache ist überall!

 

 
 

und so geht's

 

1. Lade dir die Lingscape-App  (iOS/Android) auf dein Handy.

2. Melde Dich mit dem Passwort: DeutschinOesterreich bei Lingscape an.

3. Bilde mit anderen eine Gruppe von max. 4 Personen.

4. Überlegt Euch ein #-Kürzel für eure Gruppe; verwendet dieses bei allen Uploads.

5. Sammelt möglichst viele schriftliche Sprachzeugnisse auf der Tour und ladet diese in Lingscape hoch.

µ Entdeckt möglichst viele verschiedene Sprachen und Varietäten und gebt diese beim Bildupload ein.

µ Entdeckt möglichst viel Schrift, die nicht standardsprachlich („Hochdeutsch“ ) verfasst ist. Markiert diese mit „&“ und der jeweiligen Varietät im Kommentarfeld. Also zum Beispiel: &Wienerisch.

µ Entdeckt Schrift auf möglichst viele verschiedene Flächen. 
Gebt das „Medium“ (Graffiti, Sticker, Straßenschilder, …) mit einem # beim Bildupload an.

µ Entdeckt Schrift, die im Nachhinein angebracht wurde. Gebt ihre Funktion (Kommentar, Übersetzung, Zusatzinfo, …) mit einem # beim Bildupload an.

µ Legt die weiteste Strecke zurück und findet alle Schnitzeljagd-Hinweise am Weg.
(Die Hinweise verstecken sich hinter den QR-Codes und leiten euch zum nächsten Ort weiter. Dokumentiert euren Fund mit einem Beweisfoto und ladet es mit „#Hinweis“ hoch.)

µ Weitere Markierungen (Tags), die ihr verwenden könnt (aber nicht müsst):

=“ für Schriftsysteme (z.B. =Kyrillisch),
@“ für den Kontext (zB @Bahnhof),
#“ für die Art des Motivs (#Menü im Café) oder
“ für selbsterstellte Übersetzungen.
                                     > Details findet ihr in der App unter „Tipps und Tricks“

6. Habt Spaß!

   

 

Hinweis 1

Dialekt gilt für viele als Gegensatz zur „Hochsprache“ (die in Österreich häufig auch als „Schriftsprache“ bezeichnet wird) als etwas Gesprochenes. Es gibt keine Regeln und nur selten Nachschlagewerke, wie ein Dialekt überhaupt verschriftlicht werden soll. Nichtsdestotrotz finden wir viele dialektale Schriftzeugnisse an einem Ort, an dem ihn manche vielleicht nicht vermuten: dem Internet, wo Menschen gerne so schreiben, wie sie sprechen. Aber auch auf im öffentlichen Raum, auf Plakaten, Werbungen und Straßen, z. B. ihr (hoffentlich) heute in Wien! 

Dass Dialekt, in diesem Fall der Wiener Dialekt, schon lange auch verschriftlicht wird, zeigt das folgende Gedicht.

Wiener Dialekt

Johannisbeer ist süße Frucht,
Doch süßer klingt: „Ribisel“;
Der Deutsche sagt: „Ein hübsches Gesicht!“
Der Wiener: „A hübsch Gfriesel!“
Die deutschen Jungfraun zieren sich
Spröd-ernsten Wesens, strengens;
Die Wienerin hält sich den Mann vom Leib,
Und lacht und sagt: „Jetzt gengens!“
Und wenn er dringend wird und spricht
Von seinem gebrochen Herzen,
Dann schaut sie ihm ernsthaft ins Gesicht:
„Sonst habens keine Schmerzen?“
Und will er die Pistole gar
Nach Brust und Stirne richten,
Da nimmt sie ihn freundlich bei der Hand:
„Gehns, machens keine Gschichten!“

Frage

Von welchem Wiener Dramatiker stammt (angeblich) das obenstehende Gedicht?

Nach ihm ist auch eine Straße in Wien benannt. In dieser befindet sich ein kleines Lokal, das sich in den letzten Jahren vom studentischen Mittagstisch zu einem urbanen und kreative Wohnzimmer gemausert hat.

 


Zitation
Creative Commons Lizenzvertrag
DiÖ (2018): Linguistische Schnitzeljagd in Wien. In: DiÖ-Online.
URL: https://dioe.at/details/artikel/1392/
[Zugriff: 16.12.2018]
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