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28. November 2017
Cluster B – Bericht

Blicken Sie mit uns in die Zukunft!

Alle zwei Jahre findet die Veranstaltung „Achtung Forschung!“ an der Karl-Franzens-Universität Graz statt. Das Thema in diesem Jahr „Die Welt von morgen“ gab den großen und kleinen Besucherinnen und Besuchern einen Einblick in aktuelle wissenschaftliche Forschungsbereiche. Und das Beste: Jede Station bot Gelegenheit selbst Hand, Ohr, Auge oder sogar Gaumen anzulegen und es wurde mitgemacht, gelauscht, gestaunt und gekostet. Etwas zu lauschen und zu sehen gab es auch bei Station 11 in der Aula, die sich das Grazer Teilprojekt 04 „Wien und Graz – Städte und ihre sprachlichen Strahlkräfte“ mit dem Projekt „Jugendsprache(n) in Österreich“ teilte. Bevor es an der Station aber so richtig turbulent zuging, konnten Ann Kathrin Fischer (PP04) und Georg Oberdorfer (Projekt „Jugendsprache(n) in Österreich“) in ihrem gemeinsamen Vortrag Einblicke in die Forschung beider Projekte geben und erste Ergebnisse daraus präsentieren.

 

Sprechen in der Stadt 

Wie gestaltet sich Sprechen in der Stadt? Was macht Sprachforschung so besonders interessant? Diesen und weiteren Fragen gingen die Besucherinnen und Besucher von „Achtung Forschung!“ an Station 11 auf den Grund. Es zeigt sich nämlich, dass nicht nur der Ort des Sprechens eine Rolle spielt, sondern zum Beispiel auch die Gesprächspartner und die Gesprächssituation (wie man dabei an die Daten kommt, kann hier nachgelesen werden: Nice to Graz you – Hinter den Kulissen von Teilprojekt 04 in Graz).

Alles in allem bot das Sprachlabor „Stadt“ die Möglichkeit zu regen Diskussionen und darüber hinaus konnten sich die, die sich trauten, auch als Forscherinnen und Forscher ausprobieren: In einer kurzen Einführung wurde erklärt, wie eine Transkription aussieht und was es damit auf sich hat. Danach durften die Besucherinnen und Besucher selbst Hand – äh Ohr – anlegen, eine kurze Sequenz anhören und entscheiden, wie sie transkribieren würden. Aber das war nicht alles! Wie es in den Köpfen der Grazerinnen und Grazer bzw. Wienerinnen und Wiener aussieht und was sie zum Beispiel über Sprache und Sprachgebrauch denken, wird bei uns auch erforscht und durfte in Form von Quiz-Kärtchen erraten werden. Hier ein Beispiel:

Das gesprochene Deutsch der Grazerinnen und Grazer ist „ein verklemmter Versuch, Hochdeutsch zu sprechen“. Stammt diese Definition von

a) einer/einem Wienerin/Wiener

b) einer/einem Grazerin/Grazer

c) jemandem aus dem Grazer Umland? (Auflösung 1: siehe am Ende der Seite)

 

 

Smombies, fly sein & Co.

Sind Smombies fly? Und was ist eigentlich eine Wanderfritteuse? Spricht die Jugend wirklich so und wer zählt denn nun überhaupt zur Jugend? Antworten auf diese Fragen gibt das Forschungsprojekt „Jugendsprache(n) in Österreich“ – bei „Achtung Forschung!“ vertreten durch Georg Oberdorfer. In den Medien – und auch sonst – bekommt man immer wieder zu hören: Die Jugend kann nix und schon gar nicht (mehr) sprechen. Ob dem wirklich so ist, wird auf den verschiedenen sprachlichen Ebenen (von Wort- bis Handlungsebene) im Projekt untersucht. Herausgekommen ist unter anderem, dass die jugendlichen Sprecherinnen und Sprecher – im Gegensatz zur älteren Generation – in den Städten vermehrt die Mitvergangenheit verwenden und immer weniger den Artikel vor Eigennamen setzen (Bsp.: Peter kam gestern nicht Fußball). Quiz-Kärtchen durften natürlich auch hier nicht fehlen! Raten Sie mal, von wem dieses Zitat stammt:

„Die Jugend liebt heute den Luxus. Sie hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt mehr vor älteren Leuten und diskutiert, wo sie arbeiten sollte. Die Jugend steht nicht mehr auf, wenn Ältere das Zimmer betreten. Sie widerspricht den Eltern und tyrannisiert die Lehrer.“
… sagte wer und wann? (Auflösung 2: siehe am Ende der Seite)

Ach ja, ein Detail am Rande: Im Vortrag wurde uns gelehrt, dass es auch eine späte Jugendphase gibt (Postadoleszenz), die im Alter zwischen 22-30 Jahren anzusetzen ist.  ;-)

 

 

Auflösung 1: b)
Auflösung 2: Zitat von Sokrates (ca. 400 v. Chr.)




Zitation
Creative Commons Lizenzvertrag
Bercko, Nina R. (2018): Blicken Sie mit uns in die Zukunft!. In: DiÖ-Online.
URL: https://dioe.at/details/artikel/996/
[Zugriff: 23.05.2018]
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