Task-Cluster B: Variation

Das Task-Cluster B fokussiert die Dynamik des Deutschen in Österreich in seinen komplexen linguistischen wie sozialen Strukturen. Intraindividuelle (einzelsprecher-spezifische) und interindividuelle (einzelsprecher-übergreifende) Tendenzen werden dabei in den Blick genommen. Das Task Cluster besteht aus drei Teilprojekten, die gemeinsam folgenden Fragestellungen nachgehen:

Wer spricht in Österreich wann wie mit wem welche Form(en) von Deutsch? Welche Sprachregister (Varietäten, Stile) kommen in welchen Kontexten in welcher Art und Weise zum Einsatz? Über welche Sprachrepertoires verfügt eigentlich wer in Österreich?

Welche Sprachwandelprozesse können aus dem Vergleich „älterer“ Sprachdaten mit den aktuell im SFB erhobenen Daten des Gegenwartsdeutschen abgeleitet werden? Welche zukünftigen (sozio)linguistischen Prozesse des Sprachwandels zeichnen sich aber auch auf Basis der aktuell zu beobachtenden Vielfalt des Deutschen in Österreich ab?

Welchen Einfluss üben gerade Städte wie Wien und Graz auf die Sprach(en)verhältnisse in Österreich ganz allgemein aus? Welchen Einfluss haben diese Städte speziell einerseits auf die Dialektlandschaft Österreichs und andererseits auch auf die Entwicklung bzw. Stabilisierung einer österreichischen Hochsprache („Standardsprache“)?

Um diesen und anderen Fragen nachzugehen, wird einerseits der Sprachgebrauch von vielen Personen (unterschiedlichster Regionen und Gruppen) in Österreich flächendeckend erhoben und analysiert und hinsichtlich individueller Besonderheiten untersucht, aber auch potentieller Sprachgebrauchsmuster gebündelt. Dabei werden sowohl mehr ländliche als auch mehr städtische Räume (v. a. PP04) berücksichtigt. Ein besonderes Augenmerk wird neben den Dialekten in Österreich auch auf die Standardsprache (Hochsprache) sowie auf die „zwischen“ Dialekt und Standardsprache liegenden „Umgangssprachen“ in Österreich gelegt (v. a. PP03). Zu den im Rahmen des SFB gesammelten Daten werden auch Sprachdaten des vergangenen Jahrhunderts vergleichend herangezogen, um insbesondere den Wandel der Dialekte in Österreich verfolgen zu können (v. a. PP02).

Die Sprachdaten, die in Task-Cluster B zur Analyse kommen, werden im Wesentlichen „im Feld“, das heißt, vor Ort bei den Sprecherinnen und Sprechern selbst gesammelt. Im Rahmen der drei Teilprojekte werden freiwillige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Wien, Graz und an vielen kleineren und ländlichen Ortspunkten – von Vorarlberg bis ins Burgenland, von Oberösterreich bis Kärnten – besucht und im Rahmen von verschiedenen „Erhebungssituationen“ aufgenommen. Zu diesen Erhebungssituationen gehören klassische soziolinguistische „Tiefeninterviews“, in denen etwa über individuelle „Spracherfahrungen“ diskutiert wird, aber auch mehr experimentelle Spracherhebungstechniken (wie Übersetzungsaufgaben oder Bildbeschreibungen) zum Einsatz kommen. Daneben sind aber auch sehr alltagsnahe Gesprächssituationen Teil unserer Sprachaufnahmen, deren Ziel es insgesamt ist, ein möglichst breites Bild „sprachlicher Möglichkeitsräume“ in Österreich abzudecken.

Das Task-Cluster B: Variation und Wandels des Deutschen in Österreich besteht aus folgenden Teilprojekten:

PP02: Variation und Wandel dialektaler Varietäten in Österreich (in real und apparent time)
PP03: Sprachrepertoires und Varietätenspektren
PP04: Wien und Graz – Städte und ihre sprachlichen Strahlkräfte

Um nähere Informationen zu den Teilprojekten zu erhalten, klicken Sie auf die obigen Links.

Zitation
Creative Commons Lizenzvertrag
DiÖ (2017): Task-Cluster B: Variation. In: DiÖ-Online.
URL: https://dioe.at/details/
[Zugriff: 27.07.2021]
Team: Alexandra N. Lenz (PP03: Projektleitung), Stephan Elspaß (PP02: Projektleitung), Arne Ziegler (PP04: Projektleitung), Ludwig Maximilian Breuer (PP03: assoziiert), Amelie Dorn (PP03: Projektmitarbeiterin), Stefanie Edler (PP04: Projektmitarbeiterin), Johanna Fanta-Jende (PP03: Projektmitarbeiterin), Ann Kathrin Fischer (PP04: Projektmitarbeiterin), Kristina Herbert (PP04: Projektmitarbeiterin), Katharina Korecky-Kröll (PP03: Projektmitarbeiterin), Katharina Kranawetter (), Jan Luttenberger (PP02: Projektmitarbeiter), Teresa Monsberger (PP04: Projektmitarbeiterin), Dragana Rakocevic (PP04: Projektmitarbeiterin), Florian David Tavernier (PP03: Projektmitarbeiter), Gerrit Tscheru (PP04: Projektmitarbeiterin), Philip Vergeiner (PP02: Projektmitarbeiter), Dominik Wallner (PP02: Projektmitarbeiter), Anja Wittibschlager (PP03: Projektmitarbeiterin), Barbara Binder (PP03: Studentische Hilfskraft), Sarah Emhofer (PP02: Studentische Hilfskraft), Tara Ramona Geng (PP03: Studentische Hilfskraft), Alexandra Grohe (PP03: Studentische Hilfskraft), Lisa Handler (PP04: Studentische Hilfskraft), Veronika Höbart (PP03: Studentische Hilfskraft), Philipp Kehrer (PP03: Studentische Hilfskraft), Marlene Lanzerstorfer (PP03: Studentische Hilfskraft), Alexandra Rotterbauer (PP03: Studentische Hilfskraft), Vinzenz Thun-Hohenstein (PP03: Studentische Hilfskraft), Maria Voit (PP04: Studentische Hilfskraft), Theresa Ziegler (), Lars Bülow (PP02: kooptiert), Peter Mauser (PP02: kooptiert), Michael Pucher (PP02: nationaler Forschungspartner)
15. Dezember 2020
Cluster B – Publikationen

Lenz, Alexandra N. / Stöckle, Philipp (2021): Germanistische Dialektlexikographie zu Beginn des 21. Jahrhunderts

  • Lenz, Alexandra N. / Stöckle, Philipp (Hg.) (2021): Germanistische Dialektlexikographie zu Beginn des 21. Jahrhunderts. Stuttgart: Steiner. (Zeitschrift für Dialektologie und Linguistik, Beiheft 181). Open Access. [DOI: https://doi.org/10.25162/9783515129206]
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Artikel URL: https://dioe.at/details/artikel/2685/
15. Juni 2021
Cluster B – Ergebnis

Nun sag: Wie hast du’s mit … "Tomaten" und "Paradeiser"?

cc by Ziegler, Theresa

Von Ost bis West, von Nord bis Süd, von Wallern im Burgenland bis Feldkirch in Vorarlberg und vom niederösterreichischen Gmünd bis Klagenfurt in Kärnten: An die 700 Personen aus ganz Österreich haben an unserer ersten Wortschatz-Umfrage teilgenommen und mit uns „Besondere Wörter“ gesammelt. Es wurden Lückentexte ausgefüllt, Bilder beschrieben, Aussagen bewertet – und das im ganzen Land von Alt und Jung.

Wir waren etwa auf der Suche...

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Artikel URL: https://dioe.at/details/artikel/2935/
20. Mai 2021
Cluster B – Ergebnis

Wenn das Wort "wenn" nicht wär …

Alle Rechte am Bild vorbehalten!

Egal an welchem Ort wir in Österreich unterwegs waren, eines ist immer gleich: Alle sprechen gerne über Träume und Wünsche – wie etwa einen Lottogewinn – oder über Dinge, die (noch) nicht der Wirklichkeit entsprechen (etwa: Österreich als Fußballweltmeister). Und dafür verwendet man bekanntlich den Konjunktiv (auch „Möglichkeitsform“ genannt).

Mit dem Konjunktiv drückt man also aus, dass es sich bei dem Gesagten um etwas handelt, das...

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Artikel URL: https://dioe.at/details/artikel/2833/
18. Mai 2021
Cluster B – Ergebnis

Wo in Österreich werden beim Einschlafen "Schäfchen", "Schafilan" oder "Lampl" gezählt?

Alle Rechte am Bild vorbehalten!

Was sind Diminutive?

Diminutive nennt man Verkleinerungs- und Verniedlichungsformen wie beispielsweise Schäfchen oder Schäflein für „Schaf“, Lämmchen oder Lämmlein für „Lamm“.

Welche Diminutive gibt es noch in den Dialekten
der österreichischen Bundesländer?

  • In Nieder- und Oberösterreich, im Burgenland und in der Steiermark gibt es Diminutive mit der Endung -(e)l oder -erlLampl, Schaferl
  • In Salzburg häufig mit -i oder -ei: Schafe...
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Artikel URL: https://dioe.at/details/artikel/2839/
18. Mai 2021
Cluster B – Ergebnis

Warum Sie sich um Ihren Dialekt keine Sorgen machen müssen

Alle Rechte am Bild vorbehalten!

Immer wieder ist die Befürchtung zu hören, der Dialekt des eigenen Ortes könne eines Tages verschwinden. Damit verbunden ist auch die weit verbreitete Meinung, Dialekt sei etwas „Unveränderliches“ und „Starres“. Oft wird auf den „echten“ Dialekt früherer Generationen (z. B. der Eltern, Großeltern) Bezug genommen. Wenn dann sprachliche Veränderungen wahrgenommen werden, werden diese nicht selten mit „Verfall“ oder „Rückgang“ in Verbindung gebracht.

Wir können Sie beruhigen: Sprache generell und Dialekt im Besonderen sind etwas höchst Lebendiges und, wie wir in der Sprachwissenschaft sagen, etwas Dynamisches

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Artikel URL: https://dioe.at/details/artikel/2838/
12. Mai 2021
Cluster B – Ergebnis

Koa Ohnung, kaa Problem!

Alle Rechte am Bild vorbehalten!

Ein eigener Bereich der Sprache ist die Aussprache, an der man (mit ein bisschen Übung) erkennen kann, woher jemand kommt. Diese kann von Ort zu Ort sehr unterschiedlich sein. Es gibt aber auch Gemeinsamkeiten, die über Regionen oder sogar Bundesländer hinweg zu hören sind.

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Artikel URL: https://dioe.at/details/artikel/2834/
15. April 2021
Cluster B – Blog

Perspektiven auf den Sprachwandel in Österreich

Image by Gerd Altmann from Pixabay

Der Sprachwandel wird im Diskurs oftmals sehr emotional behandelt. In der Sprachwissenschaft betrachten wir diese sprachliche Variation mit einem interessierten, nicht wertenden Blick. In unserem Projekt bekommen aber auch die Proband*innen den Raum, ihre Perspektiven auf den Sprachwandel darzustellen.

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Artikel URL: https://dioe.at/details/artikel/2815/
22. März 2021
Cluster B – Publikationen

Korecky-Kröll, Katharina, Sabine Sommer-Lolei, Wolfgang U.Dressler (2021): Interparadigmatische Umlautschemata im Deutschen? Evidenzen aus dem kindlichen Spracherwerb und der Sprachproduktion Erwachsener

  • Korecky-Kröll, Katharina / Sommer-Lolei, Sabine / Dressler, Wolfgang U. (2021): Interparadigmatische Umlautschemata im Deutschen? Evidenzen aus dem kindlichen Spracherwerb und der Sprachproduktion Erwachsener. In: Binanzer, Anja / Gamper, Jana / Wecker, Verena (Hg.): Prototypen - Schemata - Konstruktionen. Untersuchungen zur deutschen Morphologie und Syntax. Berlin/Boston: De Gruyter (Reihe Germanistische Linguistik 325), 279-297. Open Access. [URL: https://doi.org/10.1515/9783110710595-009]
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Artikel URL: https://dioe.at/details/artikel/2812/
15. März 2021
Cluster B – Vortrag

Katharina Korecky-Kröll (09.04.2021): Morphological variation in German dialects spoken in Austria on the dialect-standard axis: general tendencies and specific evidence from noun diminutive formation.

  • Korecky-Kröll, Katharina (09.04.2021): Morphological variation in German dialects spoken in Austria on the dialect-standard axis: general tendencies and specific evidence from noun diminutive formation. (Veronese Workshop on Morphological and Syntactic Variation along the Dialect-Standard Axis. VerMoSyn 2021, digital)
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Artikel URL: https://dioe.at/details/artikel/2793/
15. März 2021
Cluster BCluster C – BlogErgebnis

Das „Meidlinger L“ – Einem Sprachmythos auf der Spur. Teil 2: Kontaktlinguistische Perspektiven

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Jan Luttenberger, Carolin Schmid und Agnes Kim sind einem Sprachmythos auf der Spur. Dieser zweite von zwei Beiträgen zum „Meidlinger L“ beschäftigt sich aus kontaktlinguistischer und slawistischer Perspektive mit der Frage der Herkunft dieses Lautes: Ist es möglich, dass er aus dem Tschechischen kommt?

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Artikel URL: https://dioe.at/details/artikel/2792/
15. Februar 2021
Cluster BCluster C – BlogErgebnis

Das „Meidlinger L“ – Einem Sprachmythos auf der Spur. Teil 1: Phonetische und dialektologische Perspektiven

Creative Commons Lizenzvertrag by Kim, Agnes

Jan Luttenberger, Carolin Schmid und Agnes Kim sind einem Sprachmythos auf der Spur. Dieser erste von zwei Beiträgen zum „Meidlinger L“ beschäftigt sich mit seiner phonetischen, also lautlichen Beschreibung sowie seiner Verbreitung in den ostösterreichischen, ostmittelbairischen Dialekten.

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Artikel URL: https://dioe.at/details/artikel/2744/
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