PP06: Deutsch und slawische Sprachen in Österreich: Aspekte des Sprachkontakts

Das Teilprojekt PP06 untersucht den (historischen) Sprachkontakt deutscher Varietäten in Österreich mit v. a. slawischen Sprachen. Dabei sind dezidiert sprachliche Phänomene im Fokus, also genauer systembezogene Veränderungen im Deutschen in Österreich, die möglicherweise durch den Kontakt mit slawischen Sprachen erklärt werden können, wie z. B. die Verwendung des Verbs vergessen mit einem Präpositionalobjekt vom Typ: „Ich habe ganz auf die Aufgabe vergessen“. Besonderes Augenmerk wird auf den slawischen Lehnwortschatz gelegt.

Ziel ist es, bereits vorhandene Daten und Publikationen zum Sprachkontakt zusammenzufassen und neu zu interpretieren. Dabei soll gezeigt werden, wie durch die wissenschaftliche Bearbeitung dieses Themas Sprachmythen aus dem 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart wirksam bleiben konnten. In einem weiteren Schritt untersucht PP06 historische und rezente Sprachdaten – inklusive jener aus den Teilprojekten von Task-Cluster B –, um die diachrone und diatopische Verteilung und Variation der (potentiellen) Kontaktphänomene im Deutschen in Österreich zu beschreiben. Somit können zum ersten Mal datenbasierte Einschätzungen zur Plausibilität der Kontakterklärungen für ausgewählte Kontaktphänomene gegeben werden.

Im Rahmen des Teilprojekts PP06 entsteht das Modul MiÖ-SAKON des Informationssystems zur (historischen) Mehrsprachigkeit in Österreich (MiÖ), das in Form eines Wikis einen Überblick über den Forschungsstand zu möglichen (slawischen) Kontaktphänomenen im Deutschen in Österreich gibt.

Zitation
Creative Commons Lizenzvertrag
DiÖ (2018): PP06: Deutsch und Slawische Sprachen in Österreich: Aspekte des Sprachkontakts. In: DiÖ-Online.
URL: https://dioe.at/details/
[Zugriff: 29.09.2020]